Erster Branchendialog diskutierte Fachkräftebedarf im Bereich Metall und Elektros (12.02.2014)

Braunschweig, 12. Februar 2014. Wie schnell und umfassend sich Elektromobilität am Markt durchsetzt, ist schwer voraussehbar. Dennoch benötigen schon heute unterschiedlichste Professionen entlang der automobilen Wertschöpfungskette aktuellstes Wissen rund um alternative Antriebskonzepte und nachhaltige Mobilität, insbesondere im Automobilland Niedersachsen. Darüber waren sich die rund 70 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden auf dem 1. Sozialpartnerschaftlichen Branchendialog „Fachkräftebedarf der KMU im Bereich nachhaltige Mobilität“ einig. Neben statistischen Basisdaten zum regionalen Fachkräftebedarf in den Bereichen Metall und Elektro standen Anforderungen an Qualifizierungsmaßnahmen und Praxisberichte von Weiterbildungsinitiativen im Fokus. Veranstalter waren die Kooperationsstelle Hochschulen-Gewerkschaften, Region Südostniedersachsen an der TU Braunschweig und die Allianz für die Region GmbH.

„Unsere Wirtschaft braucht Fach- und Führungskräfte. Um diese in ihrer Ausbildung zu unterstützen und zu fördern, sind zielgerichtete Qualifizierungsmaßnahmen nötig. Das Thema nachhaltige Mobilität gewinnt eine immer größere Bedeutung. Auch viele Unternehmen nehmen E-Fahrzeuge in ihre Flotte auf. Diese müssen gewartet werden und dafür brauchen wir gut ausgebildete Experten. Wir müssen gemeinsam weiter daran arbeiten, MINT-Fächer und Ausbildungen zu fördern und zu stärken“, betonte Dr. Bernd Meier Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig in seiner Begrüßung. Er begrüßte gemeinsam mit Eva Stassek, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig und Oliver Syring, Geschäftsführer der Allianz für die Region GmbH, die Gäste.

„Wir merken deutlich, dass es immer länger dauert Stellen mit geeigneten Fachkräften zu besetzen. Zudem gibt es für aus Altersgründen ausscheidende Mitarbeiter oftmals keine jungen Mitarbeiter, die nachrücken können. Handlungsbedarfe bestehen in der Region schon heute in den Bereichen Mechatronik und Maschinenfertigung. Insbesondere muss auch die Frauenbeschäftigung in diesem Bereich gesteigert werden“, sagte Gerald Witt von der Agentur für Arbeit Helmstedt. Er stellte mit dem Arbeitsmarktmonitor/Fachkräfteradar unter anderem für die Mechatronik-, Energie-  und Elektroindustrie der Region eine wichtige Datenbasis für die weitere Diskussion zur Verfügung.

Ein Erfolgsfaktor für die Weiterentwicklung und den Umgang mit der Elektromobilität im Alltag liegt in der passgenauen Qualifizierung der damit befassten Berufsgruppen – von der Forschung und Entwicklung bis zum Handwerk. Mit Konzepten und Pilotmaßnahmen dafür befassen sich auch zahlreiche institutionsübergreifende Projektvorhaben unter dem Dach des „Schaufenster Elektromobilität“ der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Eines dieser Projekte stellte Dipl.-Ing. Manfred Wiemer vom Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik der Leibniz Universität Hannover vor. „ZieLE“ heißt das Programm, bei dem die Projektpartner eine modulare und standardisierte Lehr- und Lerninfrastruktur für die berufliche Aus- und Weiterbildung im Themenfeld „Elektromobilität“ entwickeln und erproben. „Jeder Partner bringt die für seinen Qualifizierungsbereich spezifischen Anforderungen ein. Außerdem berücksichtigen wir branchenübergreifende und interdisziplinäre Aspekte der beruflichen Bildung und die wichtigen Schnittstellen zur akademischen Bildung“, erklärte Wiemer. Möglichkeiten und Erfahrungen zur Umsetzung, insbesondere der akademischen Weiterbildung, erläuterte Lutz Engel von der e-mobil BW GmbH aus Baden-Württemberg.

„Für viele Betriebe bedeutet die Entwicklung hin zu einer starken E-Mobilität Veränderungen in der Betriebsstruktur. E-Motoren und E-Batterien müssen produziert werden. Hierfür müssen die Mitarbeiter langfristig qualifiziert werden. Wir machen uns für gute Arbeitsbedingungen, eine hohe Qualifizierung und Tarifverträge für die Branche stark, fasste Thomas Müller, Sekretär im IG Metall Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, zusammen. Für die zweite Jahreshälfte 2014 ist ein weiterer Branchendialog im Themenbereich Gesundheit und Soziales geplant.

Der Sozialpartnerschaftliche Branchendialog soll als neues Veranstaltungsformat eine Plattform für die Diskussion des Fachkräftebedarfs in der Region bieten. Daran beteiligt sind Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Verbände und Kammern, Gewerkschaften und die Arbeitsagenturen. Der erste Branchendialog wurde veranstaltet von der Allianz für die Region GmbH und der Kooperationsstelle Hochschulen-Gewerkschaften Region Südostniedersachsen an der TU Braunschweig.

Quelle: http://www.allianz-fuer-die-region.de/allianz-fuer-die-region/presse/details.html?tx_news_pi1 %5Bnews%5D=381&tx_news_pi1%5Bday%5D=13&tx_news_pi1%5Bmonth%5D=02&tx_news_pi1%5Byear%5D=2014&cHash=7de946a93dc3c678dac885a55b050727

Autorin: Britt Biernoth

Datum: 12. Februar 2014

Pressemitteilung als PDF